Klavier

Klavier, englisch: piano
Flügel, englisch: grand piano

Geschichte

Das Klavier ist ein Instrument mit einer Tastatur, die vom Cembalo und vom Clavichord stammt. Die Hämmer und Saiten wurden vom Hackbrett übernommen. Das Klavier unterscheidet sich von seinen Vorgängern grundsätzlich durch seine Hammermechanik, die es dem Spieler erlaubt, durch stärkeres oder schwächeres Betätigen der Tasten laut und leise zu spielen. Aus diesem Grund wurde das früheste bekannte Modell aus dem Jahre 1709 gravicembalo col pian e forte (italienisch für "Cembalo mit leise und laut") genannt. Erbaut wurde es von Bartolomeo Cristofori, einem florentinischen Cembalobauer, der generell als Erfinder des Klaviers genannt wird. Zwei seiner Klaviere existieren heute noch: Das Gehäuse des einen, im Jahr 1720 gebaut, steht im Metropolitan Museum of Art in New York, das andere, 1726 geschaffen, ist in einem Museum in Leipzig zu besichtigen.

Um 1725 übernahm der deutsche Orgelbauer Gottfried Silbermann aus Freiberg die Mechanik Cristoforis. Die nächsten bedeutenden Entwicklungen vollzogen sich ebenfalls in Deutschland. Den vielleicht wichtigsten Beitrag leistete der Augsburger Johann Andreas Stein, der die lange Zeit gebräuchliche deutsche Prellzungenmechanik mit Auslösung entwickelte. Seine Instrumente wurden vor allem von Mozart als die besten seiner Zeit geschätzt. Eine Reihe deutscher Instrumentenbauer wanderten um 1760 nach London aus und begründeten dort die Englische Schule, in der man sich unter John Broadwood und anderen der Fertigung von größeren Klavieren, die den heutigen Modellen ähnelten, zuwandte. Der Franzose Sébastien Érard gründete in den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts die Französische Schule und erfand 1823 die Repetitionsmechanik mit doppelter Auslösung, die auch heute noch üblich ist. Zu dieser Zeit arbeiteten Instrumentenbauer in vielen europäischen Ländern daran, die Mechanik des Klaviers zu vollenden. Deutschland und die USA haben sich lange Zeit durch ihre hervorragenden Klaviere ausgezeichnet. Besonders bedeutend sind die Modelle des deutschen Herstellers Bechstein und der amerikanischen Firmen Steinway und Chickering. Einen genauso guten Ruf genießen die Klaviere des österreichischen Herstellers Bösendorfer. Der Tonumfang des frühen Klaviers betrug, wie der des Cembalos, nur vier, höchstens fünf Oktaven. Mit den zahlreichen Verbesserungen jedoch wurden Saitenspannungen von mehreren Tonnen möglich, was im Laufe der Zeit zur Erhöhung des Tonumfangs auf mehr als sieben Oktaven führte. Ein Bösendorfer-Modell besitzt einen Tonumfang von acht Oktaven. Die beiden heute hergestellten Hauptformen sind der Flügel mit einem waagrechten, auf Beinen ruhenden Gehäuse und das Piano mit einem senkrechten Saitenbezug.

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