Akkordeon

Geschichte

Das uns heute als Akkordeon bekannte Instrument hat eine 4500-jaehrige Geschichte. Die Urform findet sich in der chinesischen Musik, die bekanntlich zu den aeltesten Musikkulturen zaehlt. Hier entwickelte man die "tibetanisch-birmanesische freischwingende Durchschlagszunge", welche in ein Instrument mit dreizehn Roehren, die in einen tassenfoermigen Kopf muenden, eingebaut wurde. Dieser tassenfoermige Kopf hat seitlich einen Schnabel, durch den die Tonzungen mit Atemluft versorgt werden. Obwohl bei diesem "Sheng"-Instrument die Tonhoehe durch Abdecken der Resonanzloecher erzeugt wurde, ist dieses Instrument der echte Grossvater unseres Akkordeons.

Die heutige Form des Akkordeons stellt eine Kombination aus drei verschiedenen Instrumenten dar:

  • Ein Tasteninstrument
  • Ein Blasinstrument
  • Ein Stimmzungeninstrument Das "Sheng"-Instrument ist
  • Ein Resonanzloch-Roehreninstrument
  • Ein Blasinstrument

Ein Stimmzungeninstrument Wie aus diese Gegenueberstellung zu sehen ist, hat sich in den 4500 Jahren Entwicklung nur die Bedienungsform, nicht aber das Funktionsprinzip geaendert.
Um vom "Sheng"-Instrument zur heutigen Akkordeonform zun gelangen, machte die Entwicklung etwa 300 Instrumentenstationen durch. Hier die wichtigsten:
ca. 1500 v. Chr.: Das aegyptische Arghuel, eine Zwei-Rohr-Stimmzungenpfeife (ohne Stimmzungen das Prinzip der heutigen Blockfloete). 400 n.Chr.: Die Laos-Orgel, ein feingedrechseltes Holz- oder Elfenbeinfaesschen, bei dem die Stimmzunge direkt am Mundansatz angebracht ist (wurde weiterentwickelt zur heutigen Oboe). 1586: Die afrikanische Sansa, ein kastenfoermiges Holz, auf dem ca. 20 Stimmzungen aus Eisen angebracht sind. Es wird heute noch in der urspruenglichen Form gespielt. 1763: Die Glasharmonika, das erste dem Klavier nachempfundene Tastenmodell. um 1800: Das Harmonium, ein mit einem Tretbalg betriebenes Tastenmodell. 1820: Die Mundharmonika. Erfinder: Wilhelm Schuetz in Wien. 1829: Anbau eines kleine Balgs an eine Mundharmonika mit 5 Stimmzungen, die durch kleine Griffplaettchen abgedeckt wurden. Das war die Geburtsstunde des heutigen Akkordeons.
In der nachfolgenden Zeit, bis 1840, wurde die Stimmpallette auf 40 Stimmzungen erweitert und auch an der anderen Seite des Balgs ein Stimmzungenblock angebracht. Das Akkordeon war fertig.
Um 1900 wurden hohe Toene auf der rechten , der Diskantseite, und tiefe Toene auf der linken, der Bass-Seite, montiert. Als Tasten wurden kleine, runde Knopfventile verwendet.
Zur gleichen Zeit wurden die ersten "Klavierharmonikas" von Matthaeus Bauer in Wien gebaut. Er ersetzte die Knopfventile durch kleine Klaviertasten und aenderte die Anordnung der Stimmzungen.
In der Zeit von 1850 bis 1900 wurde die "Mundharmonika mit Balgidee" weltweit exportiert.
Alle dieser Instrumente haben die klassischen drei Bestandteile:

  • Diskantteil
  • Balg
  • Bass- oder zweites Melodieteil

Unterschiede finden sich nur in der Bedienform (Knoepfe oder Tasten) und in der Anordnung der Stimmzungen.
Wird bei Zug und Druck der gleiche Ton erzeugt, sprechen wir von einem "gleichtoenigen" oder "chromatischen" Akkordeon. Gegensaetzlich dazu von einem "wechseltoenigen" oder "diatonischen" Akkordeon, wenn bei Zug und Druck des Balgs verschiedene Toene erzeugt werden.
Von der Bedienungsform unterscheiden wir das Knopfgriff-Akkordeon, von dem es zwei Griffsysteme, das C-System und das B-System, gibt, und das Piano-Akkordeon, welches die vom Klavier bekannten Tasten besitzt.

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