Violoncello

Violoncello, oder nur Cello genannt

Geschichte

Was wir heute Violoncello nennen, hat eine wechselhafte Geschichte. Das Mitte des 17. Jahrhunderts gebaute Ur-Instrument der Gattung war sehr groß und aus der Viola da gamba entwickelt; letzteres wiederum ein Instrument, das zwischen der Viola da braccia, in etwa der heutigen Bratsche, und der größeren Violone steht). Jenes Ur-Cello stammte vom Geigenbauer Amati. Sein Kollege Stradivari baute bis 1701 ebenfalls diese großen Instrumente, machte sodann sechs Jahre "Denkpause" und entwickelte ab 1707 das erste "Violonchen" mit der Gesamtlänge von etwa 120 cm.

Johann Sebastian Bach, der mit den Instrumenten seiner Epoche durchaus unzufrieden war und im tieferen Streicherbereich mit der sogenannten Bass-Bratsche und den bereits genannten Cello-Vorläufern zurechtkommen musste, ließ die "Viola pomposa" entwickeln, über deren Spielweise man heute noch nichts Definitives sagen kann, seine Größe nicht bekannt ist - die Frage bleibt also offen, ob dieses Instrument sich beim Spielen an der Schulter oder am Knie befand. Noch im 18. Jahrhundert waren die Instrumente der Gruppe sehr unterschiedlich. Erst das 19. Jahrhundert gab hier, wie in so vielen Bereichen, etwas "Definitives" vor. Allerdings kann man bis heute beobachten, dass sich Celli stärker voneinander unterscheiden als andere Streichinstrumente.

Auch Konzertmusik für Cello blieb bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts eine Randerscheinung. Innerhalb von Konzertwerken wie z.B. Händels Concerti grossi oder Bachs Brandenburgischen Konzerten wurde das Instrument eher als Gegenpol und Konkurrenz zur Geige eingesetzt, also nicht aus eigenem solistischen Recht. Und das Cello wurde nur stockend und nach und nach der Entwicklung des Virtuosentums teilhaftig, und dies weit weniger spektakulär als die Violine. Ab 1850 etwa gab es "echte" Cello-Solokonzerte, wobei der spezielle Klang und die Eigenart des Instruments nicht unbedingt die klassische Konzertform begünstigten. Vielmehr versuchten die Komponisten, mit dieser Eigenart programmatische Inhalte zu vermitteln oder einen liedhaften Ton anzuschlagen. Viele Solostücke aus dem 19. Jahrhundert, wie z. B. Tschaikowskys Rokoko-Variationen, sind keine "Konzerte" im üblichen Sinn. Und sogar von den wenigen echten Cellokonzerten (wie von Schumann oder Dvorák) definiert sich ein ganz berühmtes, das Doppelkonzert von Johannes Brahms, wiederum durch die Konkurrenz von Cello und Violine.

Im 20. Jahrhundert kehrt das Violoncello als wichtiges Instrument zurück, beispielsweise in den neoklassizistischen Werken von Paul Hindemith. Aber in der zeitgenössischen Musik ist es weniger prominent, auch hier dient es den Komponisten häufig zu "klassizistischen" Aussagen. Das Instrument hat bis heute mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass es sich der solistisch-virtuosen Handhabung letztlich verweigere. Selbst wichtige Cellisten wie Casals, Rostropowitsch oder Fournier haben es schwer gehabt, dies zu widerlegen. Allerdings, und dies ist wichtig, wenn auch weniger bemerkbar, wirken sich die zunehmend "virtuosen" Fähigkeiten der Cellisten auf ihre Möglichkeiten innerhalb des Orchesters aus, wo in zeitgenössischen Kompositionen das Violoncello sehr wohl gefordert wird.

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