Saxophon

Geschichte

Das Saxophon hat seinen Namen von Adolphe Sax. Das erste Saxophon wurde von ihm 1841 fertiggestellt. Das Ergebnis beruht auf einer Kombination einiger anderer Instrumente. So stammt z.B. das Mundstück mit dem einfachen Rohrblatt von der Klarinette; das Klappensystem ist jedoch um einiges einfacher als bei dieser, da das Saxophon in der Oktave überbläst. Die Griffe wiederum sind denen der Flöte sehr ähnlich, was dem Spieler eine schnelle Fingerfertigkeit ermöglicht. Die Form der Schallröhre erinnert besonders bei dem Sopran- und Sopraninosaxophon sehr an die der Oboe; sie ist aber aus Metall und trägt dadurch stark zu den vielfältigen Klangmöglichkeiten des Saxophones bei.

In Belgien aber konnte A. Sax seine Erfindung schlecht verkaufen, und deshalb siedelte er 1842 nach Paris um. Durch seine vielen persönlichen und rechtlichen Probleme und Auseinandersetzungen mit den ansässigen Instrumentenbauern kam es aber leider u.a. dazu, dass das Saxophon in den damaligen Kompositionen nur sehr selten bis weitgehend überhaupt nicht eingesetzt wurde. Dadurch fand es keinen Platz als festes Orchesterinstrument, auch wenn bekannte Persönlichkeiten wie u.a. Berlioz, Bizet, Verdi, Massenet, Thomas und Richard Strauß, Rossini, Meyerbeer, u.s.w. es bereits in ihre Kompositionen mit einbezogen. Einige von ihnen (besonders Berlioz) sprachen Sax großes Lob für seine geniale Erfindung aus.

1845 gewann Sax jedoch einen Wettstreit zwischen einer traditionellen und einer mit Saxophonen besetzten Militärkapelle, und so konnte es sich wenigstens dort einbringen, auch wenn es in der Militärmusik für das Saxophon nicht gerade optimale Einsatzmöglichkeiten gab.

Erst durch die Salonmusik und die Entstehung des Jazz in den 20er und 30er Jahren erlangte das Saxophon seinen (verdienten) Durchbruch. Arrangeure und Solisten dieser Stilrichtungen schätzten vor allem die Flexibilität des Instrumentes in Dynamik, Spieltechnik und auch in der klanglichen Vielfalt. Auch viele zeitgenössische Komponisten der ernsten Musik wie z.B. Berg, Bernstein, Britten, Strauss, Gershwin, Hindemith, Milhaud, Ravel, Schönberg, Stockhausen, Denisov und Webern kamen durch diese Vorteile des Instrumentes auf den Geschmack, Werke für oder mit Saxophon zu schreiben.

Nun dauerte es nicht mehr lange, bis es den Weg von der amerikanischen Jazzmusik in die Big-Bands, die großen Swing-Orchester, fand. (Saxophonsatz in der klassischen Big-Band Besetzung: fünf Saxophone; zwei Alt-, zwei Tenor- und ein Baritonsaxophon)

Kurz vor dem zweiten Weltkrieg wurde das Saxophon erstmals auch in Deutschland verwendet, als Felix Husadel beschloss, seinem Luftwaffenmusikkorps einen Saxophonsatz zuzufügen (nicht Infanterie und Marine!). So wurde es hier wie in Frankreich zuerst in der Militärmusik eingeführt.

Seinen "Siegeszug" in Deutschland konnte das Saxophon aber erst nach dem Krieg in den großen Tanzorchestern und natürlich in der Jazzmusik "antreten".

Heutzutage gilt das Saxophon als eines der virtuosesten Blasinstrumente, was Klangfarben wie z.B. Mehrklänge, Flatterzunge oder Slaps, sowie Dynamik, Schnelligkeit und einen Tonumfang, der für solistische Spieler bis zu vier Oktaven reichen kann, anbelangt.

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