Klarinette
Klarinette, englisch: clarinet
Geschichte
Die erste Klarinette wurde um 1700 von dem Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner (1655-1707) konstruiert. Die erste schriftliche Erwähnung der Klarinette findet man in einer 1710 von Denners Sohn Jakob verfassten Ausstellung von 23 Holzblasinstrumenten. Die Klarinette wurde aus einem alten Instrument namens Chalumeau entwickelt. Das Chalumeau kam sehr gut in die tieferen Tonlagen. In den höheren waren die Töne eher schwach.
Christoph Denner entdeckte, dass man durch eine Klappe am oberen Teil des Instruments, eine viel bessere Klangqualität in den oberen Tonlagen erzielen kann. Denner ersetzte das schlecht verarbeitete Rohr durch einen schmalen Klangkörper und einer engeren Bohrung. Die alten Klarinetten hörten sich früher aus der Entfernung wie Trompeten an. Denners Sohn bemühte sich, einen noch besseren Klang der hohen Töne zu erreichen, indem er einen Schallbecher ans Ende der Klarinette baute. Kurz danach teilte man die Klarinette in fünf ineinanderpassende Teile auf um sie besser bearbeiten, exakter bohren und um sie besser stimmen zu können. Die Stücke haben die Bezeichnung "corps de rechange" ("Wechsel Korpus"). Im Jahre 1750 waren die Klarinetten schon sehr gut gebaut und verarbeitet worden, sodass die ersten Komponisten sie in ihre Werke einbauten. Durch den recht großen Tonumfang eignete sie sich auch schon als Orchesterinstrument. Einige Orchester hatten schon mehrere Klarinettisten unter Vertrag. 1764 wurde das erste Lehrbuch zur Klarinette geschrieben. Um die Stimmbarkeit zu verbessern baute man ab dem 18.Jahrhundert Klarinetten in verschiedenen Tonlagen. In manchen Tonlagen war das Spielen schwieriger als in anderen.
Iwan Müller, ein deutsch-russischer Klarinettist, präsentierte 1809 eine Klarinette mit genauen Tonbohrungen und einem besseren Klappensystem. Das Instrument setzte sich vor allem wegen seiner Tonreinheit durch. 1822 schrieb auch Müller ein Lehrbuch über seine Klarinette und widmete es dem englischen König Georg dem Fünften. Die Müller-Klarinette war bis ins 20. Jahrhundert sehr beliebt. Im Jahr 1832 hatte der Münchner Instrumentenbauer Theobalt Böhm (1794-1881) eine verbesserte Klappentechnik für die Querflöte entwickelt. Der französische Klarinettist Hyacinthe Klosé und der Pariser Instrumentenbauer Louis-Auguste Buffet übertrugen Böhms Mechanik auf die Klarinette. Die Umstellung hatte Erfolg. Im Laufe des 20. Jahrhunderts arbeiteten mehrere Instrumentenbauer an der Klarinette. Heute gibt es viele unterschiedliche Instrumente aus dieser Familie, obwohl die Böhm-Mechanik am weitesten verbreitet war.

