Die Entstehungsgeschichte der Hildener Musikschule

Eine Chronik


1936:

Die Ortsgruppe Hilden des Sängerkreises Düsseldorf-Mettmann hält eine Versammlung ab. Der städtische Musikbeauftragte Lehrer Große, ehemals Vorsitzender der Hildener Sängervereinigung, spricht sich für die Gründung eines städtischen Musikvereins aus, also für den Zusammenschluss der zahlreichen gesangspflegenden Vereine in Hilden, um einer weiteren Zersplitterung im Chorleben entgegenzuwirken. Höhepunkt des städtischen Musiklebens soll ein von allen Vereinen gemeinsam veranstaltetes Konzert sein. Die Stadtverwaltung sagt die Förderung eines so gearteten Musiklebens zu.


1938:

Unter viel Beifall tritt das Hildener Schülerorchester unter der Leitung Johann Schulters, Musikerzieher an der Benrather Musikschule, im Rahmen eines Hausmusikabends in Benrath auf. Im Interesse der Pflege der Hausmusik erhofft man sich einen ebenso erfolgreichen Auftritt auch in Hilden.


In Berlin wird die Bildung von Musikschulen für Jugend und Volk vereinbart, als Grundlage für die musikalische Erziehung. In diesen „städtischen Musikschulen“ sollen 8 - 21jährige die „musikalische Grunderziehung“ in einem stufenweisen Ausbildungsgang erfahren. Erwachsene sollen in Musikschulen des „Deutschen Volksbildungswerkes“ ausgebildet werden. Das Programm beginnt mit der Pflege des Volksliedes, danach, ab dem 10. Lebensjahr, Erlernen eines Musikinstrumentes. Für besonders begabte Schüler werden Stipendien von Staat und Gemeinde bereitgestellt.


Kriegsjahre:

An diesem Konzept ändert sich auch nichts während der Kriegsjahre, nur fragte damals kaum jemand nach qualifiziertem Musikunterricht. Erst als die allgemeine Armut der Nachkriegsjahre einigermaßen überstanden war, und es wieder, „aufwärts“ ging, nahm sich der Musikschularbeit die Wohlfahrt an.


1960:

Der Jugendwohlfahrtsausschuss regt in Hilden die Gründung einer Jugendmusikschule an. Daraufhin sorgt das Stadtjugendamt für ein reichhaltiges Angebot im Bereich des Jugendmusikprogramms. Ziel ist die Bildung von Musikgruppen, Spiel- und Singkreisen. Unterricht für Gitarre, Klavier, Violine und Blechblasinstrumente wird angeboten, Leihinstrumente stehen zur Verfügung. Ein Singkreis für Schüler ab 10 Jahren steht auf dem Programm. Unter den Fachkräften ist Lehrer Janich, der später einmal die Leitung der Musikschule übernehmen wird.


1962:

Im Rahmen des städtischen Jugendprogramms nimmt die Musikpflege erheblich zu: 60 bis 70 Schüler nehmen bereits an den Unterrichtszweigen teil. Um einen Rahmen zu schaffen übernimmt zu Beginn des Jahres der Leiter der Jugendmusikschule der Stadt Solingen, Fritz Schaarschmidt, die leitende Betreuung der Musikgruppen im städtischen „Haus der Jugend“. Ein Betrag von DM 10.000,- wird aus Haushaltsmitteln der Jugendpflege für Lehrerhonorare bereitgestellt, die für die Ausbildung der Musikgruppen notwendig sind. Das Stadtjugendamt verwaltet die Musikförderung und beabsichtigt, die Tätigkeit der Jugendmusikgruppen in den Jugendkulturkreis einzugliedern, der als „e.V.“ für Organisation und Unterhaltung der Musikgruppen zuständig ist. Mit ,,Offenen Singstunden" und Musizieren in Gruppen schafft man die Grundlagen einer künftigen Musikschule, die eine Zusammenarbeit mit den allgemeinbildenden Schulen anstrebt. Gruppenunterricht wird aus pädagogischer Sicht als die geeignete Form erachtet.


1963:

Auf einer Sitzung des Jugendwohlfahrtsausschusses in Hilden referiert Dr. All, Leiter der Jugendmusikschule Düsseldorf, über die Jugendmusikschule als kommunale Aufgabe und über grundsätzliche Gedanken zum Thema „Musikförderung als Beitrag zur musikalischen- und Persönlichkeitsbildung“ innerhalb einer Musikschule.


Der Ausschuss aber fasst folgenden Beschluss:

„Die Jugendmusikgruppen sollen weiter unter der Leitung des Jugendkulturkreises gefördert werden. Die Eröffnung einer Jugendmusikschule ist noch nicht beabsichtigt. Die Verwaltung wird beauftragt, die Arbeit der Jugendmusikgruppen im Rahmen der verfügbaren Haushalts-mittel zu intensivieren. Besondere Beachtung ist der „Musikalischen Grundausbildung“ zu widmen. An zweiter Stelle ist Gruppenunterricht zu fördern. Eine geeignete Hildener Persönlichkeit soll mit der musikpädagogischen Leitung dieser Arbeit betraut werden“.


1964:

Hauptschullehrer Franz Janich, Fachberater für Schul- und Jugendmusik und Leiter der katholischen Schule Beethovenstraße, übernimmt nebenamtlich die Funktion des musikpädagogischen Beraters innerhalb des Jugendkulturkreises. Die erste Musikgruppe für Grundausbildung für 7 bis 11-jährige entsteht. Die musikalischen Grundlagen sollen nach neuesten pädagogischen Grundsätzen und nicht durch theoretisches und zu dürftiges Notenlernen vermittelt werden. Die Ausbildung soll zum „Musikerleben“ hinführen, musikalische Fähigkeiten entdecken helfen und Grundlagen schaffen.


1965:

Bei einem erfolgreichen Vorspielnachmittag in der Aula der Gemeinschaftsschule der Südstadt präsentieren sich eine Vielzahl von Instrumenten, Gesang und Ensemblespiel. Rektor Janich nimmt im Laufe dieser Veranstaltung Stellung zu Fragen der Musikerziehung und deren klar strukturierte Durchführung von Jugendmusikkreisen.


1966:

Viel Beifall gibt es für das Neujahrssingen der Hildener Jugendmusikgruppen in der Aula der Südschule. Stadtjugendpfleger Friese hebt bei der Begrüßung den Wert der Jugendmusikarbeit und besonders die Bedeutung des Musizierens in Gruppen hervor, deren musikalischer Leiter Rektor Janich war.


1968:

Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren können an der nun auf zwei Jahre festgesetzten Grundausbildung teilnehmen. Sie umfasst rhythmische Erziehung, Singen, Stimmbildung und Vertraut machen mit dem Notenbild, zum Teil mit Hilfe des Orff’schen Schulwerks. Instrumentalunterricht wird für Violine, Bratsche, Cello, Klarinette, Trompete, Posaune, Klavier, Blockflöte, Querflöte und Gitarre angeboten. Für die fortgeschrittenen Teilnehmer ergibt sich erstmals die Möglichkeit einer Weiterbildung in Spielkreisen für Bläser und Streicher. Außerdem soll ein gemischter Chor aufgebaut werden. 197 Musikschüler werden in 73 Gruppen unterrichtet. Die 73 Musikgruppen werden von 17 nebenamtlichen Dozenten geleitet. Daneben finden 15 Grundkurse für 6 bis 9-jährige Kinder mit 7 Teilnehmern statt. Der Unterricht richtet sich immer mehr nach dem Strukturplan und den Richtlinien des Verbandes Deutscher Musikschulen. Das Jugendorchester begleitet die Hildener Delegation in die Partnerstadt Warrington und konnte dort durch sein Auftreten die Herzen der Warringtoner gewinnen, die sie „am liebsten adoptiert hätten“.


1969:

Die Musik ist im Stadthaushalt kleingeschrieben, sie muss sich mit der Miniaturposition von 2000 DM begnügen. Das neue Jahrzehnt verspricht jedoch eine Wende.


1970:

In der Aula der Hauptschule Wiedenhof findet ein erfolgreiches Konzert des Mitte 1969 gegründeten Jugendorchesters unter der Leitung von Rektor Janich statt. Frau Dr. Ellen Wiederhold überreicht Rektor Janich und seinem Jugendorchester die von der Stadt Warrington gestiftete Stadtwappenplakette für „hervorragendes Auftreten des Hildener Orchesters“ in Warrington, anlässlich der dortigen „Hildener Woche“. Stadtjugendpfleger Friese deutet die Gründung einer Jugendmusikschule an. Rektor Janich referiert über Musikerziehung in Hilden und die Notwendigkeit der Einrichtung einer Städtischen Musikschule.


1970:

Im Dezember dieses Jahres ist es soweit. Mit 12 Ja-Stimmen stimmte man in der Sitzung des Jugendwohlfahrtsausschusses für die Verabschiedung der Schulgebühren- und Vergütungs-ordnungen für die Musikschule der Stadt Hilden. Sie soll allen Interessierten offenstehen. Aufgabe ist die Heranbildung des Nachwuchses für die Hildener Musikvereinigungen, das Laienmusizieren, die Begabtenförderung und die vorberufliche Fachausbildung. Fast 600 Schüler gehören der Musikschule an. Der Anfang ist gemacht. Die Leitung der Musikschule hat Rektor Janich. Das bemerkenswerte daran ist, dass Franz Janich diese Aufgabe neben seiner Aufgabe als Rektor einer Hauptschule nebenamtlich geleistet hat.


1971:

In der Sitzung vom 10. Februar 1971 beschließt der Rat der Stadt Hilden, nach Vorberatungen im Jugendwohlfahrtsausschuss und der eigens gebildeten Kommission sowie im Haupt- und Finanzausschuss: „Der Rat der Stadt nimmt… Kenntnis davon, dass sich die Jugendmusik-gruppen im Rahmen der jugendpflegerischen Bildungsarbeit, …inzwischen zu einer schulähnlichen Einrichtung mit fast 600 Schülern entwickelt haben. …Bis auf weiteres werden die Aufgaben des Schulleiters kollegial vom musikpädagogischen Leiter und vom Geschäftsführer wahrgenommen.“ Das war die Geburtsstunde der Musikschule Hilden.


1977:

Nach 7 Jahren nebenamtlicher Leitung durch Franz Janich trat im Oktober Rudolf Schettel als hauptamtlicher Leiter der Musikschule sein Amt an.


1978:

Offizieller Beginn der Partnerschaft zwischen dem „Warrington Youth-Orchestra“ und der Musikschule Hilden, die sich bis heute zu einer sehr intensiven und beständigen Freundschaft entwickelt hat. Mit gegenseitigen Besuchen im 1 bis 2-Jahresrhythmus kann sie bis heute auf einen 33jährigen Austausch zurückblicken, der für beide Seiten sehr wertvoll und unverzichtbar geworden ist.


1979:

Im Februar löst Dr. Peter Hanisch Rudolf Schettel in der Leitung der Musikschule ab. Er konstituiert mit einer ersten Wahl die zukünftig wichtige und immer bedeutender werdende Vertretung der Elternschaft als Schulpflegschaft.



1981:

Der Förderverein wird als „Verein der Freunde und Förderer der Musikschule Hilden e.V.“ gegründet. Barbara Fonrobert ist die erste Vorsitzende und hat durch ihr Wirken diesen Förderverein zu einem wichtigen und unverzichtbaren Gremium der Hildener Musikschule entwickelt, ohne das es keine Auslandsreisen, große Veranstaltungen, Spendengelder und tatkräftige Unterstützung zu allen möglichen Anlässen rund um die Musikschule gäbe. Das Oboentrio der Musikschule unter der Leitung von Oboenlehrer Karl Hentschel ist mit einem musikalischen Beitrag bei der ersten Unicef-Gala in der Hildener Stadthalle dabei und erntet mit seiner gelungenen Darbietung großen Applaus.


1983:

Karl Hentschel wird stellvertretender Leiter der Musikschule.


1984:

Zur 1000-Jahrfeier Hildens wird in der ausverkauften Stadthalle die Schuloper „Empfang beim Kurfürsten“ aufgeführt. Karl Hentschel hatte die Musik dazu geschrieben und dirigiert das Musikschulorchester bei der Aufführung. Der Schulleiter der Fabry-Realschule - Herr Eckerth - schrieb zusammen mit seiner Deutschklasse und der Theaterklasse die Geschichte dazu und bringt sie auf die Bühne. Eine weitere Besonderheit ist eine Schallplattenaufnahme unter Beteiligung aller Musikschulensembles, die finanziell vom Förderverein getragen wird. Es ist in Wirklichkeit jedoch eine Vorfinanzierung, denn innerhalb von 10 Tagen sind sämtliche Schallplatten verkauft und die Finanzierung über diese Einnahmen sichergestellt. Des Weiteren wird die kostenlose Schnupperzeit eingerichtet und zusammen mit verschiedenen weiteren Werbemaßnahmen gelingt es, die aufgrund stark gestiegener Teilnehmergebühren abnehmende Schülerzahl aufzufangen und wieder eine Zunahme zu erreichen.


1988

Thomas Volkenstein kommt im März als Lehrer für Klarinette, Saxophon und Elementarer-ziehung an die Musikschule. Mit 18 Spielern beginnt die Aufbauarbeit des Blasorchesters. Im August wird das Bläservororchester, bestehend aus 2 Querflötenspielerinnen, gegründet.

In diesem Jahr findet die erste Musikfreizeit in der Jugendherberge Finnentrop statt, die seitdem alljährlich im Herbst zum festen Bestandteil der Musikschularbeit gehört.


1989:

Im August reist ein Ensemble um Haruko Takata zum ersten Mal nach Japan (Kobe). Austauschpartner ist das „Mädchen und Knabenorchester Kobe“, in dem Frau Takata selber einmal mitgespielt hat. Eine einmalige und langjährige Partnerschaft mit vielen gegenseitigen Besuchen entsteht. In diesem Zusammenhang bekommt der Förderverein eine immer wichtigere Bedeutung für die Musikschularbeit, besonders im Zusammenhang mit Orchesteraustausch, Auslandsreisen und Instrumentenbeschaffung.

Im November werden die ersten Martinszüge vom Blasorchester und Bläservororchester musikalisch umrahmt.

Im Dezember übernimmt der bisherige stellvertretende Schulleiter Karl Hentschel die Leitung der Musikschule. Sein Stellvertreter wird der Klarinetten/Saxophonlehrer und Leiter des Blasorchesters Thomas Volkenstein.

Das Sinfonieorchester wird weiter aufgebaut und spezielle Konzepte für Erwachsene werden entwickelt. Es werden die ersten Kurse angeboten, wie z.B. „Musikalische Späterziehung“.


1990

Das heutige „SBH Brass“ Blechbläserensemble wird gegründet. Seit dieser Zeit finden in der Weihnachtszeit regelmäßige Auftritte in Hilden und Umgebung statt.


1991:

Der Schulleiter Karl Hentschel gehört zum Kreis von Musikschulleitern im Landesverband der Musikschulen (LVdM), die das zukunftsweisende Musikschulkonzept „Musikschule 2000“ entwickeln und über das Land verbreiten. Ein wesentlicher Bestandteil daran ist die Kurs- und Projektarbeit, die in den Folgejahren zunehmend an Bedeutung für die Musikschulentwicklung auch speziell in Hilden gewinnen wird.

In Zusammenarbeit mit dem LVdM findet ein Saxophon-Workshop mit dem Dozenten Günter Priesner statt. Die 21 Teilnehmer kommen aus ganz NRW.

Aus der Partnerstadt Nove Mesto ist zum ersten Mal ein Blasorchester der dortigen Musikschule zu Gast in Hilden.

Im Mai löst sich die Hildener Stadtkapelle auf. Die Noten und Instrumente gehen in den Bestand der Musikschule über.


1992:

Die Musikschule zieht in das Gebäude „Am Rathaus 21“, dem vorherigen provisorischen Hochbauamt. Erstmals kann die Musikschule mit allen Unterrichten gemeinsam unter einem Dach als wirkliche Schule arbeiten. Bis dahin waren sich viele Lehrkräfte bis auf eine gemeinsame Konferenz im Jahr nie begegnet und ein Zusammenarbeiten nahezu unmöglich. Die Orchester- und Ensemblearbeit wird neu strukturiert. Es soll für jeden Schüler und jede Schülerin nach 1 Jahr Instrumentalunterricht die Möglichkeit bestehen, mit dem eigenen Instrument und nach eigenem Können in einem Ensemble mitzuspielen. So werden zwei neue Gitarrenensembles eingerichtet, den Erwachsenenchor „Sing & Swing“ gibt es neu, das Ensemble „Itterstädter Blasmusik“ wird fest eingerichtet und ebenso zahlreiche Kammermusikensembles. Das Blasorchester bekommt eine einheitliche Kleidung, unter dem Motto, „Das Auge hört auch mit“. Mit der neuen Orchesterkleidung reist das Blasorchester zu seiner ersten Orchesterfahrt nach Nove Mesto, zu den „Smetana“ Tagen.

Die Musikschule ist jetzt in der städtischen Konzertreihe „Kunst um ½ 7“ jährlich dreimal vertreten.


1993:

Der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ findet zum ersten Mal in Hilden statt und beschert der Hildener Musikschule erstmalig und dann auch fortlaufend große Erfolge. Neben den Erfolgen auf der Regionalebene gibt es jetzt auch erfolgreiche Teilnahmen auf der Landes- und Bundesebene, die sich bis heute gehalten haben.

Im September findet ein Workshop „Sinfonisches Blasorchester“ unter der Leitung von Thomas Volkenstein im „Alten Helmholtz“ Gymnasium mit Musikern aus dem Kreis Mettmann statt.


Neben den regelmäßigen Veranstaltungen, wie Sommerfeste und Weihnachtskonzerte, gibt es im Oktober eine bahnbrechende Großveranstaltung in der Stadthalle, die zusammen mit dem Lions-Club durchgeführt wird. Über 700 Besucher erleben „Symphonik-Rock“ mit, einem Konzert unter Mitwirkung der Dozentenband, Solosängern, einem Gesangsquartett und dem Sinfonieorchester der Musikschule. Die Idee dazu kam aus dem neugegründeten und erfolgreichen Jazz- und Pop-Bereich, von Johannes Strzyzewski, der auch die Arrangements dazu schrieb.


Eine wesentliche Veränderung gab es in diesem Jahr als Resultat aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes: Alle bis dahin als nebenamtlich Beschäftigten werden zu hauptamtlichen Bedingungen beschäftigt. Eine bis dahin undenkbare Situation ist damit eingetreten: Alle Lehrkräfte der Musikschule sind hauptamtlich Beschäftigte. Dieser Zustand bleibt unverändert, bis 1997 die ersten Honorarkräfte Einzug halten, um der steigenden Schülerzahl und den Anforderungen für Kursangebote gerecht werden zu können.


1995

Seit diesem Jahr reist das Blasorchester regelmäßig zum „Fest der Nationen“ nach Hamburg Bergedorf.


1997:

Die eigenverantwortliche Budgetierung wird im gesamten Kulturbereich eingeführt und damit auch in der Musikschule.


1998:

Um dem sich verändernden Verhalten und der veränderten Erwartungshaltung besonders von erwachsenen „Kunden“ (Schülern) besser entsprechen zu können, wird der Kursbereich konzeptionell entwickelt und eingeführt. Die Musikschule öffnet sich offiziell für neue Angebote und einem breiter gefächerten Schülerklientel. Das Blasorchester der Musikschule bekommt seinen neuen Namen: „Sinfonisches Blasorchester Hilden“ (SBH) und wird neu eingekleidet. Anlass ist u.a. ein Workshop mit Walter Ratzek, dem heutigen Leiter des „Musikkorps der Bundeswehr“. Bei dem Abschlusskonzert kommt das Werk „Der bleiche Mond“ in Anwesenheit des Komponisten Rolf Rudin zur Urraufführung.


1999:

Mitwirkung bei der Hildener Großveranstaltung „Hilden bringt’s“ in der Stadthalle zusammen mit der Einspielung einer CD.


2000:

Im Rahmen des „Kulturjahres“ der Stadt Hilden führt die Musikschule das Musical „Canto“ in der Stadthalle auf. Der für den Rock-Pop-Bereich verantwortliche Dozent Johannes Strzyzewski hatte die Musik und den Text dazu geschrieben und spielt bei den insgesamt 7 ausverkauften Aufführungen mit über 3.800 Besuchern die Gitarre in der Dozentenband, die zusammen mit dem Sinfonieorchester im Orchestergraben die Musik dazu liefert. Über 200 Mitwirkende sind in zwei Bühnenbesetzungen, als Musiker oder Sänger beteiligt oder wirken als Regisseure, in der Maske, beim Tanz, bei den Kostümen etc. mit. Ebenfalls im Rahmen dieses Kulturjahres fanden unter der Regie von Thomas Volkenstein und dem SBH die „1. Hildener Bläsertage“ auf dem Nove Mesto Platz statt, an denen neben dem Musikkorps der Bundeswehr sechs weitere befreundete Orchester mit insgesamt über 350 Mitwirkenden beteiligt waren.


2001:

Im Sommer dieses Jahres startet die „Bläserklasse“ in Kooperation mit der Fabry-Realschule. Die Musikschule veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Kreis Mettmann, für Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet einen Meisterkurs mit dem „Raschèr Saxophon Quartet“.


2002:

Die Musikschule startet nach langer Vorbereitung mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium die „Talentförderklasse“ als großes Kooperationsprojekt. Ein Zug der 5. Klassen wird von MusikerInnen gebildet, die alle ein sinfonisches Instrument spielen, darauf Unterricht erhalten und in der Klassenformation als Sinfonieorchester unterrichtet werden. Das geschieht im Teamteaching mit einer Lehrkraft des Gymnasiums und einer Lehrkraft der Musikschule. Es finden die „2. Hildener Bläsertage“ mit 500 Musikern, wieder unter der Regie von Thomas Volkenstein zusammen mit dem SBH statt.


2003:

Beginn der bis heute erfolgreichen Kooperation mit Kindertageseinrichtungen nach dem neu entwickelten Konzept von „EMU“ als Nachfolge zur „Musikalischen Früherziehung“.

Das SBH nimmt mit sehr gutem Erfolg am 6. Landes-Orchesterwettbewerb in Wuppertal teil.


2004:

Aus dem langjährigen Vororchester „Orchesterwerkstatt“ wird das neue Vororchester „SINFOnietta“ - jetzt mit Bläsern und in Zusammenarbeit mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Der vordere Wortteil „SINFO“ wird jetzt einheitlich für das SINFOnieorchester, die SINFOnietta und die SINFOnini und damit für alle Streicher- bzw. Sinfonieorchester verwendet. Die Musikschule zieht um in das renovierte und ehrwürdige alte Schulgebäude „Gerresheimer Straße 20“ - dem alten Helmholtz-Gymnasium - und hat jetzt neben einer - wenigstens vorübergehend - ausreichenden Zahl von Räumen endlich einen ordentlichen Probenraum für die Orchester- und Ensemblearbeit zur Verfügung, der auch für Konzerte mit bis zu 200 Besuchern genutzt werden kann. Das Kollegium ist glücklich über diese neuen Arbeitsbedingungen und geht mit viel Elan an die Arbeit. Entsprechend seiner Historie heißt das Gebäude offiziell „Altes Helmholtz“. Der Veranstaltungssaal wird nach dem langjährigen ehemaligen Dezernenten für Schule und Kulturwesen sowie vehementem Gegner des Naziregimes - Heinrich Strangmeier - nun „Strangmeier-Saal“ genannt.


2005:

Dieses Jahr ist der Jugendkultur in Hilden gewidmet. Der Beitrag der Musikschule zu diesem „Jugendkulturjahr“ ist das Musical „Niggel und der rote Schatten“ – geschrieben und komponiert vom Leiter des Sinfonieorchesters und Dozenten für Cello - Matthias Kaufmann. Bei diesem Musical gibt es wieder über 200 Mitwirkende - in zwei Bühnenbesetzungen, Tänzerinnen, Sängern, Chor, Orchester, Band und all den sonstigen Backstage-Besetzungen. In 5 ausverkauften Veranstaltungen erleben über 3.000 Besucher die begeisternden Aufführungen mit, die vielen als unvergessen in Erinnerung bleiben werden.

Im März findet der „Tastenmaraton“ statt, bei dem 2450 Finger über 88 schwarzweiße Tasten spazieren, tanzen und fliegen. 490 trainierte Hände präsentieren 12 Stunden lang ein breit gefächertes musikalisches Programm. Der olympische Gedanke steht im Vordergrund dieses außergewöhnlichen Konzertes, bei dem alle 245 Tastenschüler (Klavier, Keyboard und Akkordeon) der Musikschule Hilden am Start sind.


2006:

Der Meisterkurs für Gitarre und Mandoline mit dem „Quartetto Colori“ für Teilnehmer des Wettbewerbes „Jugend musiziert“ sowie für Musikstudenten findet in der Musikschule statt. Neben der Arbeit an Interpretation und Instrumentaltechnik wird das Augenmerk auf Bühnenpräsentation und die musikalische Kommunikation der Ensemblemitglieder gelegt. Für alle Teilnehmer ist dieser Workshop eine höchst motivierende Erfahrung und spornt für weiteres musikalisches Schaffen an.


2006:

In Zusammenarbeit mit dem Kreis Mettmann führt die Musikschule für Musikschüler, Studenten, Dozenten und Saxophonsolisten einen Meisterkurs durch. An zwei Seminartagen können die über 70 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet im offenen Einzelunterricht bei den vier Mitgliedern des „Raschèr Saxofone Quartet“ und im gemeinsamen Saxophonorchester Anweisungen, Tipps und Tricks aus Meisterhand erfahren. Abgerundet wird der Kurs durch ein pädagogisches Seminar für Saxophondozenten.

Die Musikschule wirkt an der Entwicklung des „Strategiepapiers Kultur“ für den gesamten Kulturbereich in Hilden mit.


2007:

Entwicklung eines Programms zur Basismusikalisierung in Zusammenarbeit von Hildener Grundschulen und der Musikschule - „Jedem Kind ein Instrument (JeKi)“. Das Hildener Mandolinenorchester tritt unter das Dach der Musikschule, weil es nicht länger eigenständig bestehen kann. Das Kooperationsprojekt „Saitenspiel“ mit der Theodor-Heuss-Schule geht an den Start.

Das SBH nimmt am Deutschen Musikfest in Würzburg teil und ist eines von 11 Auswahlorchestern, die sich in der Würzburger Konzertarena einem großen Publikum präsentieren darf. Im November nimmt es am 7. Landes-Orchesterwettbewerb und belegt den vierten Platz.


2008:

Die Musikschule ist Preisträger beim SPARDA-Wettbewerb im Bereich ‚Schule - Musikschule‘ vor dem Hintergrund der Integration. „JeKi“ startet an der Elbseeschule und Astrid-Lindgren-Schule mit über 80 Kindern der ersten Schuljahre.


2009:

Es findet der „2. Hildener Meisterkurs für Mandoline und Gitarre“ mit einem herausragenden Konzert „Kosho and friends“ mit Michael Koschorreck von „Söhne Mannheims“ und über 50 Gitarristen- und Mandolinisten/-innen aus ganz NRW statt. Die Ergebnisse können trotz der Kürze der Zeit bzgl. Leistung und Qualität unbedingt überzeugen und werden für viele ein unvergessenes Erlebnis bleiben.

Die Leitung der Musikschule wird um die Fachbereichsleitung für Kooperationen (JeKi) erweitert. Annika Lückebergfeld, Leiterin des Hildener Mandolinenorchesters und Dozentin für Mandoline und Elementarerziehung wird diese Aufgabe übertragen.

In der nächsten Phase von JeKi kommen die Wilhelm-Busch-Schule und die Adolf-Kolping-Schule hinzu. Somit sind jetzt 4 Grundschulen mit allen Erstklässlern beteiligt, da das Land NRW dieses Programm für die ersten Schuljahre finanziert. Für zwei Grundschulen beginnt die zweite Stufe: Nach dem ersten JeKi-Jahr bekommen die Kinder nun im 2. Schuljahr ihren ersten Instrumentalunterricht in 5er Gruppen.


2010:

In der nächsten Phase von JeKi kommen die GGS-Kalstert und die GGS-Schulstraße hinzu. Somit sind an 6 Grundschulen alle Erstklässler wiederum mit finanzieller Unterstützung des Landes beteiligt. An 4 Grundschulen steigen die Kinder im 2. Schuljahr in den instrumentalen Gruppenunterricht ein. An den ersten beiden Grundschulen beginnen die Kinder im 3. Schuljahr mit dem Orchester „Kunterbunt“.

In diesem Jahr feiert Hilden den 450. Geburtstag seines großen Sohnes und Wundheilers Wilhelm Fabry. Ein Highlight unter den vielen Veranstaltungen dieses Jahres ist der Beitrag der Musikschule mit der Barock-Oper „Der Bürger als Edelmann“. Beteiligt waren in erster Linie die Sängerinnen und Sänger des Gesangsensembles „Voix Mixte“ (Anja Paulus), außerdem das SINFO (Rafael Behrens), Flauti Dolci (Sigrun Lefringhausen) und das Hildener Mandolinenorchester (Annika Lückebergfeld) - unter der musikalischen Gesamtleitung von Rafael Behrens. Das „Junge Tanzforum“ vom Tanzstudio Opgenoorth war verantwortlich für Ballett und Tanz, wobei der Musikschulkollege Dr. Sandor Pergel neben der Choreographie auch als Solotänzer mitwirkte. In der Stadthalle erlebten in zwei Aufführungen über 1.300 Besucher die gelungene und moderne Inszenierung unter der Regie von Michael Seewald mit.




(Jutta Stober und Karl Hentschel)